Auf ein Wort....

Paulus - Das Ziel im Auge behalten  (vgl. Phil. 1, 20-26)

Für mich gibt Paulus in vielen Situationen ein gutes Beispiel zum Stichwort „Das Ziel nicht aus den Augen verlieren“ ab. Das liegt vor allem daran, dass er Jesu Botschaft verstanden hat wie kaum ein anderer. Diese besteht noch heute darin, dass uns das Leben geschenkt wird und dass allein Gott uns aus Liebe in sein Reich einziehen lässt. Paulus hat dieses Geschenk erkannt und in sein Herzen aufgenommen. Den Zweifel „Komme ich wirklich in den Himmel?“ schien er nicht zu kennen.
Während eines Gefängnisaufenthaltes führt Paulus an, warum er, trotz des Wunsches zu Lebzeiten schon in Gottes Herrlichkeit zu sein, dennoch das Leben auf Erden vorzieht. Paulus sieht noch viele wichtige, spannende aber auch anstrengende Aufgaben vor sich. In Briefen aus dem Gefängnis macht er den jungen Gemeinden Mut und ist ihnen ein Vorbild, indem er die unerschütterliche Gewissheit lebt, zu Jesus zu gehören. Die schwierigste Aufgabe, solange sie von Gott kommt, ist für ihn alles an Anstrengungen wert und kann Spaß machen. Dabei hat er stets das Ziel im Auge: Ein Leben in Gottes Gegenwart zu führen, sich führen zu lassen und am Ende das ganz große Ziel zu erreichen: in der paradiesischen Gegenwart Gottes, die wir nach unserem irdischen Leben erleben werden, anzukommen.
Im Alltag frage ich mich oft: Was ist das große Ziel für mich? Habe ich alle Möglichkeiten ausgeschöpft? Ob wir Erfolg im Beruf; Glück in der Liebe, in dem Gründen einer Familie, einem besseren Job oder im Eigenheim suchen. Wenn wir das Eine erreicht haben, schießt uns schnell die nächste Ambition durch den Kopf, die wir verfolgen müssen. Manchmal übermannt mich das Verfolgen der „irdischen“ Ziele. Paulus Gedanken helfen mir aber dabei meinen Fokus neu auszurichten. Ich bin dadurch in der Lage diese meist prestigeträchtigen Bestrebungen als Nebenziele auf dem Weg zum ganz Großen einzuordnen. Jemand hat mal in dem Zusammenhang zu mir gesagt: „Die Ewigkeit hat für mich bereits hier auf Erden begonnen.“ Dieser Satz beruhigt mich, denn: Wer so denkt, der ist Paulus sehr ähnlich: Der weiß genau, dass er ein Kind Gottes ist; der hat bereits alles gefunden und kann die weiteren Nebenziele mit einer gesunden Gelassenheit angehen.
Christopher Schmidt